REISE DURCH MEIN BUNTES LEBEN

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​Wie oft bin ich schon auf dem Weg vom Odeonsplatz zur Oper, den Kammerspielen oder auf eine Demo an der Münchner Residenz vorgelaufem?  Zählbar ist das sicher nicht, aber habe ich sie einmal besucht? Ja, als Kind mit den Eltern und während der Schulzeit ganz sicher, aber danach? Nie mehr bis heute.

Jetzt habe ich es endlich geschafft und bin unglaublich begeistert von meinem ausgiebigen Besuch in der Münchner Residenz. Das ehemalige Stadtschloß der bayerischen Wittelsbacher liegt im Herzen Münchens. Aber ganz anders als Schloß Nymphenburg oder Schloß Schleißheim, wirkt es von außen eher unscheinbar.

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Tipps und Infos

Alle Wege führen zur Residenz
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nimmt man am besten die U3, U4, U5 oder U6 und steigt am Odeonsplatz aus.
  • Zu Fuß vom Marienplatz aus: Durch die Dienerstraße (rechts vom Rathaus), bis zum Wittelsbacherplatz. Den muss man nur überqueren und schon ist man an der Residenz (10 Min)
  • zu Fuß vom Englischen Garten aus: man geht die Ludwigsstraße bis zum Odeonsplatz. Links an der Feldherrnhalle vorbei, die Residenzstraße entlang. Dabei kommt man an der Viscardigasse vorbei. Was es mit ihr auf sich hat,  kann man in einem anderen Blogpost nachlesen
Eingang und Preise
  • Die Münchner Residenz hat zwei Eingänge. Einer befindet sich am Wittelsbacher Platz und einer an der Residenzstraße
  • Der Eintritt kostet 9€, ermäßigt 8 €. Man kann allerdings auch das Gesamtpaket (inkl. Cuvillié-Theater und Schatzkammer) für 17€, ermäßigt 14,50 buchen.
  • Im Winter sollte man an der Garderobe tatsächlich nur Rucksack oder Tasche abgeben und die Jacke anbehalten, da der Großteil der Räume unbeheizt ist.

Das Residenzmuseum

Besucht man die Münchner Residenz, dann besichtigt man nicht einfach nur ein Schloss, sondern ein Museum.

Bei den Bombenangriffen im Frühjahr 1944 wurde ein Großteil der Münchner Residenz so sehr zerstört, dass sie nicht mehr rekonstruiert werden konnten.  Beim Rundgang hat man diesen Eindruck überhaupt nicht. Ehrlich gesagt, ich war freudig überrascht, dass so Vieles gerettet und wiederaufgebaut wurde. Dies lag wohl daran, dass viele der wertvollen Möbel, Bilder, Porzellan …. bereits vorher an sicheren Orten und in Bunkern gelagert wurde. So konnte die Münchner Residenz bereits in den 1950er Jahren wieder eröffnet werden, trotzdem dauerte es bis in die 1980er Jahre, bis man alle Räume sehen konnte.

In der Münchner Residenz kann man 130 (!) Räume besichtigen. Entsprechend seiner fast 600 jährigen Geschichte führt der Rundgang durch die durch die unterschiedlichsten Epochenstile. Geprägt sind die Räume aber auch durch die verschiedenen Geschmäcker der Herzöge, Kurfürsten und Könige im Laufe der Jahrhunderte. Alles kann man in einem Blog gar nicht vorstellen, daher hier lediglich meine absoluten Favourites.

Der Grottenhof 

Der Grottenhof ist einer der ältesten Teile der Münchner Residenz und entstand schon am Ende des 16. Jahrhunderts. Beim Anblick des  Grottenhofs bleibt einem der Mund ehrlich gesagt schon ein bißchen offen stehen. Dass dieses Ensemble aus Farbe, Muscheln und einem Tropfsteinbrunnen wirklich schon vor 500 Jahren geschaffen wurde, ist kaum zu glauben.

 

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Die Reichen Zimmer

Meine absoluten Favoriten sind aber die sogenannten Reichen Zimmer. Sie wurden im 18. Jahrhundert von Cuvilliés d.Ä. entworfen. Kurfürst Karl Albrecht wollte mit ihnen seinen Anspruch auf den Kaiserthron dokumentieren. Sie stellen einen Höhepunkt des höfischen Rokoko dar und das sieht man in jedem einzelnen Raum. Da bleibt einem fast die Spucke weg und man kann sich richtig vorstellen, mit welchem Pomp der Kurfürst damals hier Hof hielt. Alle Räume, auch das Paradeschlafzimmer, dienten ausschließlich Repräsentationszwecken und waren nicht für‘s Privatleben bestimmt.

Königsbau

Auch die Räume des Königsbaus sind beeindruckend und zwar alle. Sowohl die von Königin Therese, als auch die von König Ludwig I sind prunkvoll und aufwändig gestaltet, aber eben nicht im Rokokostyle sondern klassizistisch.

Ich kann mir vorstellen, dass sich an solchen Räumen heutige Potentaten und reiche Möchtegerns orientieren und auch darin wohlfühlen würden. Für mich als Otto-Normal-Bürgerin, ist es schön anzusehen und man bewundert die Kunstfertigkeit der Handwerker und Künstler, aber gemütlich ist es nicht.

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Ganz gut zu wissen, wenn man die Münchner Residenz besucht

Man sollte sich vor allem viel Zeit lassen. Ohne Audioguide habe ich zwei Stunden durch alle Räume, Ausstellungen und Epochen gebraucht. Mit Audioguide dauert es sicherlich länger, macht aber bestimmt noch mehr Spaß.

Besonders interessant fand ich auch die Porzellan- und Tafelservice-Ausstellungen und die mitgelieferten Geschichten rund ums Essen bei Hof. Hier lohnt es sich wirklich, ausführlich alles zu lesen und anzuhören.

Nach diesem Kulturoverload ist es besonders schön, sich mit einem Kaffee geholt  auf die Stufen der Münchner Residenz am Max-Josef-Platz zu setzen. Dort kann man mit vielen anderen wunderbar entspannt in der Sonne sitzen, die wunderschönen Eindrücke wirken lassen und einfach „Leute schauen“.