Cádiz ist eine der ältesten Städte Europas und wurde vor mehr als 3000 Jahren von den Phöniziern gegründet, seine Blütezeit hatte sie im 18. Jahrhundert als reiches und kosmopolitisches Handelszentrum Spaniens und das sieht man überall.

Der Besuch in Cádiz war ein ungeplanter Glückstreffer, den ich nie bereut habe.

Und ohne Plan und großartiges Wissen über die Sehenswürdigkeiten hinzufahren, war der zweite Glückstreffer.

Ich bin nicht über die tolle Brücke, Puente de la Pepa,, sondern mit der Fähre von El Puerto de Santa Maria aus hingefahren – Glückstreffer Nummer drei. Man nähert sich langsam an die Stadt an, hat die Atlantikluft in der Nase und spürt den Wind während man bereits die Silhouette der Stadt  und die Brücke im Blick hat.

Im Hafen angekommen, ist man praktisch sofort in der wundervolle Altstadt mit ihren kleinen wunderschönen engen Gassen, in der überall eine unglaubliche Lebensfreude zu spüren ist.

An der Plaza de la Catedral steht die Kathedrale von Cádiz mit ihrer goldenen Kuppel, die interessanterweise so unterschiedliche Baustile wie Barock, Rokoko und Neoklassik in sich vereint, weil ihr Bau 116 Jahre dauerte. Allerdings war ich dieses mal entgegen meiner sonstigen Vorlieben nicht in der Kirche, sondern habe einfach eine Zeit lang auf der Plaza in einem der vielen Cafés gesessen und Sonne und Atmosphäre genossen.

Egal übrigens welchen Weg man nimmt, man landet immer irgendwo am Meer oder an der Strandpromenade, die – wie sollte es in Cádiz anders sein – auch wunderschön ist und auf der man quasi einmal um die Stadt herum laufen kann. Man schlendert gemütlich am Atlantik entlang, wenn man Glück hat weht vielleicht ein nicht so wahnsinnig starker Wind und man kann in Ruhe über’s Meer schauen. Aber eigentlich ist es egal, denn man hat von dort aus einen schönen Blick auf die Altstadt, die natürlich von der Kathedrale dominiert wird.

Mein ganz besonderer Tipp:

Von der Strandpromenade aus kann man über den Paseo Fernando Quinones, eine Art Damm, Richtung Castillo de San Sebastian gehen. Egal ob Ebbe oder Flut, es ist immer besonders auf diesem Damm entlang zu gehen. Am Ende habe ich mich einfach auf eine Mauer gesetzt und abwechselnd auf die wunderschöne Silhouette der Stadt und auf’s Meer geschaut. Das verstehe ich unter Seele baumeln lassen und ich glaube, das war es, was ich an Cádiz am meisten geliebt habe.

Ehrlich gesagt bin ich auch danach den ganzen Tag nur durch die Stadt gebummelt, habe ich mich treiben lassen und hier mal in einen Laden oder da mal in einen Hauseingang geschaut.

Zum Abschluss habe ich in einem der vielen Restaurants superlecker gegessen und bin dann abends mit der Fähre wieder zurück gefahren und konnte auf der Fahrt den unglaublichen Sonnenuntergang genießen.

So viel ist sicher: beim nächsten Andalusienbesuch steht ein Besuch in Cádiz wieder auf meiner To do Liste, diesmal geplant und mit einer Übernachtung in der Stadt, um unter anderem mit einem Glas Wein in der Hand einen der spektakulären Sonnenuntergänge über La Caleta in der Kulisse von „Stirb an einem anderen Tag“ zu erleben.