© Reise durch mein buntes Leben | HankaNach einigen Tagen am Meer, wollte ich natürlich auch ein wenig von der anderen Seite Korsikas kennenlernen, aber ohne gleich einen der fünfzig Zweitausender besteigen zu müssen.

Es ist Mitte September, aber immer noch so warm, wie bei uns in München im Sommer. Unsere Wahl fiel auf das Ascotal, das viele verschiedene Erlebnis- und Freizeitmöglichkeiten vereint.

 

Ein paar Eckdaten

Asco liegt im Département Haute-Corse in den Bergen. Die Gemeindegrenzen reichen bis an den Fuß des Monte-Cinto und beinhaltet die kleine Station Haut Asco und eben das niedriger gelegene Asco.

Anfahrt

Wie eigentlich alles auf Korsika, kann man auch Asco leider nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, sondern braucht ein Auto. Von Ponte Leccio fährt man auf der D147 ins Ascotal. Die Abzweigung kann man wirklich nicht verfehlen, denn es ist wunderbar ausgeschildert. Zunächst geht es ein paar Kilometer durch das hier noch breite Tal. Nach ein paar Kilometern wird die Straße schmal, kurvenreich und landschaftlich atemberaubend und am Ende der Schlucht sieht man am gegenüberliegenden Hang Asco (Achtung: mit Wohnmobilen oder Wohnwagen ist die Straße wegen der engen Kurven, schmalen Straße und überhängenden Felsen nicht befahrbar).

Das Dorf

Asco ist ein kleines Dorf und hat inzwischen – so habe ich gelesen (2016) – nur noch 122 Einwohner*innen. Auch wenn die Genueser Brücke und die Gumpen noch so laut „Hallo“ rufen, sollte man sich doch ein wenig Zeit für dieses charmante Dorf nehmen.

Asco ist keine Schönheit auf den ersten Blick. Schnell hat man alle kleinen Straßen und Gassen abgelaufen und dabei verfallene Häuser neben frisch renovierten entdeckt. In den engen Gässchen wundert man sich, wie hier jemals ein Auto durchkommen soll. Hübsche Gärten, Terrassen, Treppen… . Augen auf und auf Details achten und vor allem staunen, während vor dem inneren Auge Bilder des Lebens dort vor 50 Jahren ablaufen.

Im September war die Saison bereits vorbei und so teilten wir die Terrasse des Cafés am Dorfplatz nicht nur mit den freundlichen aber ein wenig schrulligen Einheimischen, sondern auch mit einer Kuh.

Sie kam, nachdem wir bereits eine Weile dort saßen, einfach in den Gastgarten spaziert und beobachtete dann ganz friedlich mit uns gemeinsam, wie ein Pferd vorsichtig aus der Einbahnstraße auf den Platz kam.

 

Attraktionen und Tipps für‘s Ascotal

Die Gegend rund um Asco lädt zum wandern und klettern ein. Man findet zahlreiche, gut ausgeschilderte Wanderwege.

Für Familien gibt es am Anfang des Tales einen Abenteuerpark mit Klettersteig und Flying Fox, den man nicht verfehlen kann.

Gleich hinter Asco zweigt links eine kleine Straße ab, die nach ca. 800m an der Genueser Brücke endet. Die Brücke ist gut erhalten und liegt malerisch eingebettet in der Landschaft.

Hier kann man auch einem besonderen Vergnügen nachgehen, dem „Gumpenbaden“. Gleich hinter der Brücke (flussaufwärts) befindet sich eine besonders große und tiefe Gumpe, in die man vom darüberliegenden Felsen sogar hineinspringen kann.

Wenn jetzt das Auto nicht oben im Dorf geparkt wäre, könnte dies als Ausgangspunkt dienen, um zu Fuß ins Tal zu kommen – auf einer Gumpenwanderung: von Gumpe zu Gumpe, schwimmend, rutschend und laufend.

Kleiner Tipp am Rande: Bei einer Gumpenwanderung sollte man Bade- bzw. Neoprenschuhe, einen wasserdichten Daypack und natürlich Badesachen dabei haben, dann steht einem maximalen Vergnügen nichts mehr im Wege.

Da ich keine ausgewiesene Korsika-Expertin bin und meine Reiseberichte sehr individuell, emotional und damit natürlich auch subjektiv sind, kann ich allen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, einfach mal, zusätzlich zu meinem Blog natürlich, in einem guten Reiseführer zu stöbern.

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