© Reise durch mein buntes Leben | HankaOft genug habe ich darüber geschrieben und immer wieder denke ich darüber nach – warum übertragen die Menschen die Leichtigkeit und Entspanntheit, die sie auf Reisen oder im Urlaub an den Tag legen, nicht auf den Alltag?

Natürlich fragen sich einige nun, warum ich mich das gerade jetzt frage und jetzt darüber schreibe.

Ganz einfach, aus aktuellem Anlass.

 

Die Welt könnte untergehen und die Menschheit denkt an Klopapier

Vor ein paar Tage bin ich von einem wunderschönen Roadtrip von Porto nach Bilbao zurückgekommen. Die Reise war geprägt von einem Gefühl der Leichtigkeit, auch wenn ich mit Nichten mit Scheuklappen rumgelaufen bin. Dieses Gefühl konnte ich bis zu Hause konservieren und hoffte noch ein wenig davon in den Alltag zu retten. Beschwingt ging ich also am nächsten Morgen in die Arbeit und danach einkaufen – schließlich brauchen sowohl ich, als auch die Katzen bei allem Glück auch etwas zu essen.

Und plötzlich bin ich wach, denn was umgibt mich? Nicht etwa die herrliche Leichtigkeit der letzten Wochen. Es umgibt mich die Hysterie eines ganzen Landes wegen eines Virus mit dem durchaus sympathischen Namen Corona. Außerdem werden an den Außengrenzen der EU Menschen wie Ping-Pong Bälle hin und her gescheucht und sogar ihre Leben zählen nichts mehr. An der griechisch-türkischen Grenze wird einfach mal das Asylrecht abgeschafft und alle Menschenrechte gleich mit. Der Bundestag lehnt außerdem die Aufnahme von 5000 Frauen und Kindern ab, obwohl viele Städte und Gemeinden dazu bereit sind.

Und was machen wir Deutschen? Wir horten Klopapier, Nudeln, Babywindeln und Mehl. Woher ich das weiß? Naja, ich wollte ja einkaufen gehen, unter anderem Katzenfutter.

Im Drogeriemarkt meines Vertrauens sind Seifen, Windeln und Klopapier ausverkauft Im Discounter am nächsten Tag: die Nudeln und das Klopapier. Was geht in den Köpfen vor?

Flüchten hilft nicht

Angesichts dieser Bilder und Erfahrungen würde ich mich natürlich gerne zwei Wochen zurückbeamen und wieder in Porto sein, wo die Reise begann.

Aber was würde es bringen? Was ändert das? Ich würde mich benehmen wie viele andere – Vogel Strauß eben.

Verändern kann man aber nur durch Handeln. Ich versuche es, so gut wie möglich.

Da ich meine Arbeit liebe, arbeite ich so gut es geht mit Sinn, Verstand und Wärme weiter.

Ich habe weder Nudel- noch Klopapiervorräte gebunkert, wozu auch?

Ich wasche mir einfach öfter und richtig die Hände und kämpfe im Großen und kleinen weiter dafür, dass unsere Gesellschaft sich wenigstens ein bißchen Wärme und Menschlichkeit auch für geflüchtete Menschen, Migranten und Touristen – vermeintlich Fremde – behält.

Auch ich möchte auf Reisen oder beruflich im Ausland schließlich nicht immer mißtrauisch beäugt, diskriminiert oder gar angegriffen werden.

Dazu gehört auch das Schreiben in meinem Blog

Natürlich geht es hier in meinem Blog vor allem ums Reisen und Reiseberichte.

Die Farbpalette für mein buntes Leben ist groß und beinhaltet natürlich auch Grau- und Schwarzschattierungen.

Aus diesem Grund sind auch solche Blogposts wie dieser genauso nötig, wie Reiseberichte. Reisen bringt die Welt näher zueinander, aber natürlich nur, wenn man sich wirklich für Land und Leute interessiert. Dann, wenn man eben nicht nur konsumiert, andauernd versucht, Instagram taugliche Fotos zu schießen oder in der Plastikblase von All inclusive urlaubt.

Auf Reisen lernt man Menschen kennen und auf dieser Basis werden Vorurteile ganz schnell niviliert. Ich hoffe natürlich, dass ich mein Interesse, die Liebe zu allem Neuen und meine Neugier in den Blogposts rüberbringe.

Was ich mir wünsche?

Dass dieser kleine Blogpost viele erreicht und einige zum Nachdenken bringt. Vielleicht leiste ich damit auch einen kleinen Beitrag dazu, dass unsere Gesellschaft ein bißchen wärmer wird.

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