REISE DURCH MEIN BUNTES LEBEN

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In den Wintermonaten außerhalb der Saison in Andalusien, am Meer? Hört sich erstmal merkwürdig an, zumal wenn man keine Surferin ist. Die Temperaturen im Süden Andalusiens sind immer noch angenehm, aber zum Schwimmen oder Sonnenbaden dann doch nicht warm genug.

Meine Base war Tarifa. Immer nur am zwar langen und wunderschönen Strand entlang zu laufen, ist dann doch nicht aufregend und abwechslungsreich genug. Eine länger Wanderung Meer, ist eine wunderbare Alternative und willkommene Abwechslung.

Deshalb kam mir der Tipp eines Bekannten zu der Wanderung von Barbate nach Los Canos de Meca sehr gelegen und ich habe es nicht bereut.

 

Von Barbate nach Los Canos de Meca – zu Fuß

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Anfahrt und Tipps zum Ausgangspunkt der Wanderung von Barbate nach Los Canos de Meca

Anfahrt zum Ausgangspunkt in der Nähe von Barbate

Von Tarifa aus nehmt ihr die Straße Richtung Cadiz. Nach ca. 40 Kilometern geht es links nach Vejer de la Frontera. Hier müsst ihr abbiegen, bleibt aber auf der Straße – nicht nach Vejer abbiegen – und fahrt weiter nach Barbate. Hier müsst ihr durch die ganze Stadt, Los Canos de Meca ist aber schon ausgeschildert. Ungefähr zwei Kilometer nach Barbate, kommt auf der linken Seite ein Parkplatz, den kann man gar nicht verfehlen, dort parkt ihr. Dies ist der Anfangspunkt der kleinen Wanderung. Wahrscheinlich kann man auch direkt aus Barbate loslaufen, aber das habe ich nicht ausprobiert.

 

Ein paar Tipps, bevor ihr loslauft
  • Auf der gesamten Strecke gibt es weder einen Kiosk, noch Cafés oder Restaurants
  • Obwohl man durch Pinienwälder läuft, ist es nicht besonders schattig. Im Sommer sollte man sich also gut eincremen und vielleicht auch an eine Kopfbedeckung denken
  • Ihr kommt immer wieder an tollen Stränden vorbei. Im Somme sollten daher  die Badesachen auf jeden Fall dabei sein
  • Am Turm gibt es einen netten Picknickplatz. Also Brotzeit einpacken und quasi auf halber Strecke gemütlich unter Pinien Pause machen.
  • Für die Strecke braucht man länger, als man denkt. Also entweder früh losgehen oder einen netten Menschen zum abholen bestellen.

Die Wanderung

Vom Parkplatz in der Nähe von Barbate geht es los. Der Weg ist zunächst gut ausgebaut und auch super markiert (grün -weiße Markierung beachten). Die nur sanfte Steigung macht diese Strecke auch für Kinder und ungeübte Wanderer attraktiv.

Der Weg führt durch das Naturschutzgebiet, mit Pinienwäldern so weit das Auge reicht. Wenn man von oben drauf schaut, wirkt es wie eine sanfte grüne Hügellandschaft. Mit ein bißchen Phantasie bekommt eine Ahnung davon, wie die gesamte Küste einmal ausgesehen haben muss, bevor die Spanier das Holz für ihre Armada gebraucht haben.

Aber auch sonst gibt es viel zu sehen und zwar links wie rechts. Auf der linken Seite hat man immer wieder einen tollen Blick auf die unfassbar schönen Buchten und Strände und natürlich auf die Surfer, die den Wellengang ausnutzen. Auf der rechten Seite sieht man neben schönen Gesteinsformationen und natürlich den Pinien allerlei anderes Gewächs, das duftet, leuchtet und auch schmeckt. Neben wildem Rosmarin und Thymian habe ich auch ganze Haine voll Wacholder gesehen. Die Beeren waren zum Teil reif, zum Teil noch weiß

 

 

 

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Der Torre de Tajo

Nach ungefähr einer Stunde hat man die Hälfte geschafft und den Torre de Tajo erreicht. Wer daran gedacht hat, kann im Schatten der Pinien seine Brotzeit auspacken und Pause machen. Aber auch für alle anderen lohnt sich hier ein Stopp.

Der Torre de Majo steht auf einer ungefähr 100 m hohen Klippe über dem Meer und ist dreizehn Meter hoch. Er wurde im 16. Jahrhundert zur Abwehr von Piraten erbaut. Neben Barbate und Marokko hat man von hier aus einen wunderschönen Blick auf die beeindruckende Steilküste und die Felsen im Meer. Zur Entschleunigung kann man sich auch einfach an einem der vielen schönen Fleckchen dort hinsetzen und den großen und kleinen Schiffen zuschauen, die aus der Straße von Gibraltar kommen oder hineinfahren.

Weiter geht‘s – die zweite Hälfte

Bis zum Torre war der Hauptweg sehr gut befestigt.  Ab jetzt wird es sandiger und damit auch anstrengender. Mit Kinderwagen ist es definitiv keine gute Idee, weiterzugehen und auch nicht für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind. Auf diesem Teil der Strecke hat man fast keinen Blick mehr auf‘s Meer, kann aber die besondere Atmosphäre dieses Waldes dafür besonders genießen.

Urplötzlich taucht in der Ferne zwischen den Bäumen ein Leuchtturm auf, der des geschichtsträchtigen Cabo de Trafalgar. Bald danach hört auch schon der Wald auf und die Wanderung endet in Los Canos de Meca.

 

 

 

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Los Canos de Meca

Los Canos de Meca war ursprünglich mal ein kleines Hippiparadies, was mich angesichts der wunderschönen Strände auch nicht weiter verwundert. Ein Relikt aus dieser Zeit ist ein immer noch existierender FKK-Strand, den man in Spanien ansonsten eher selten findet. Der Ort ist als Urlaubsort bei Spanier*innen sehr beliebt und deshalb brummt er wohl im Juli und August.

Da ich außerhalb der Saison hier war, war der Ort einfach nur ausgestorben. Trotzdem hat es was und es hilft ja nichts. Man muss da durch, um zum Cabo de Trafalgar zu kommen.

Cabo de Trafalgar

Auf dem Weg zum Leuchtturm am Ende der Landzunge findet man Cafés, Bars und Restaurants, ganzjährig geöffnet sind. Besonders schön und auch noch mit einem Rest Hippieflair sind die kurz bevor Sand und Dünen beginnen.

Cabo Trafalgar? JA, hier ist man an einem geschichtsträchtigen Ort. General Nelson siegte hier am 21. Oktober 1805  in einer der größten Seeschlachten der Geschichte über die französisch-spanische Armada. Wenn man es nicht weiß, erinnert hier nichts an diesen historischen Tag. Lediglich eine unscheinbare Gedenktafel unterhalb des Leuchtturms. Aus nachvollziehbaren Gründen feiern die Engländer mit dem Trafalgar Square dieses Ereignis in viel größerem Stil.

Vom Leuchtturm aus, hat man einen wunderschönen Blick über das Meer und das pittoreske Kap. Außerdem findest kann man auf der Halbinsel die  Überreste eines maurischen Leuchtturms aus dem 13. Jahrhundert sehen. Er ist allerdings abgesperrt und leider nicht zu betreten..

Rund um den Leuchtturm gibt es wunderschöne breite Naturstrände, mit weichem, weißen Sand und flacher Brandung. Hier merkt man auch sehr deutlich, dass man am Atlantik ist, denn Ebbe und Flut sind ausgeprägter, als zum Beispiel in Tarifa.

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Schlussworte

Wer nun noch ganz viel Kondition hat, geht den Weg zum Parkplatz wieder zurück.  Alle anderen lassen sich von Freunden, Bekannten oder einem Taxi (Achtung sehr teuer) zum Parkplatz zurückfahren.

Für alle mit weniger Lust auf viel Laufen, dafür viel Lust auf chillen, Seele baumeln lassen und schöne Natur, kann ich nur empfehlen, einfach die Wanderung wegzulassen und den ganzen Tag am Cabo de Trafalgar mit seinem Leuchtturm, den chilligen Bars und schönen Stränden zu verbringen.

Auch die, die keine Lust auf Trubel haben, können diese Wanderung natürlich splitten. Einfach am Ende des Naturparks/Ortseingang von Los Canos de Meca wieder um drehen und zum Parkplatz in Barbate zurücklaufen. Dann entgeht euch zwar das wunderschöne Cabo die Trafalgar, aber da kann man dann ja einfach an einem anderen Tag hinfahren.