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Der Stellplatz Finca-Caravana in der Nähe von Yecla

Die Finca-Caravana, ein Stellplatz irgendwo im Nirgendwo

Der Wohnmobilstellplatz Finca-Caravana liegt Mitten im Nirgendwo. Warum ich diesen Stellplatz (m)ein kleines Paradies nenne? Vielleicht wird man es am Ende dieses Blogpost verstehen.

Zunächst ein paar Eckdaten, für alle, die sich überlegen, dieses kleine Paradies auch zu ihrem Paradies auf Zeit zu machen:

  • Die Finca-Caravana liegt ein paar Kilometer von der kleinen Stadt Yecla entfernt auf einem kleinen Plateau
  • Die Stellplätze sind groß, bieten aber keinen Schatten.
  • Jeder Platz hat eine Feuerstelle, um ein Lagerfeuer zu machen.
  • Hunde sind auf der Finca-Caravana gern gesehen. Wenn sie verträglich sind, brauchen sie den ganzen Tag keine Leine und können frei herumtoben..
  • Auf der Finca-Caravana gibt es keinen Stromanschluss, kein W-Lan, keine Duschen oder Toiletten und Ver- und Entsorgung auch nur in sehr engen Grenzen.
  • Wasser sollte man sich auch am besten selbst mitbringen, da es immer mühsam von der Quelle geholt werden muss.
  • Stellplatzgebühr: 8,– €

Auf der Finca Caravana findet man Gastfreundschaft pur

Manchmal muss man an Orte fahren, die man sich nicht einmal vorstellen kann, um das ganz persönliche kleine Paradies auf Reisen zu finden. Vor der Reise habe ich schon vom Franz, seiner einmaligen Gastfreundschaft und der kultigen Finca-Caravana gehört, eine richtige Vorstellung davon hatte ich aber nicht.

In einer eher unwirtlichen Gegend in der Provinz Murcia, empfängt mich ein Kleinod auf den zweiten Blick. Eine große Fläche mit liebevoll durch Baumsetzlinge abgegrenzten Stellplätzen und ein freundlicher und herzlicher Franz, der uns sofort wie alte Freunde begrüßt. Wir dürfen uns einen Stellplatz aussuchen und dann sind wir da, sofort angekommen, ohne zu fremdeln. Außer uns gibt es noch einen riesigen Weltenbummler-Truck mit sicher 12 Tonnen, zwei Vans mit Alleinreisenden und ein zeltendes Pärchen.

Während ich einfach nur glücklich vor mich hin staune, kommt Franz mit einem Willkommens-Teller: Ein bißchen Obst, Donuts und Leckerlis für den Hund.

Der Hund, aber vor allem Franz, sorgt dafür, dass wir mit den anderen Reisenden schnell ins Gespräch kommen und bereits nach kurzer Zeit für ein gemeinsames Lagerfeuer am Abend verabredet sind.

 

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© REISE DURCH MEIN BUNTES LEBEN Bentheim
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Fast alles ist möglich auf Finca-Caravana

Franz ist ein Mensch, dem man anmerkt, dass er Menschen mag. Jeder und jede darf so sein, wie er oder sie möchte und wird dabei das Gefühl haben, die Finca-Caravana am Ende mit aufgeladenen Batterien und einem Glücksgefühl zu verlassen. Und weil der Franz ein so genialer Gastgeber ist, gelingt es ihm, die unterschiedlichsten Menschen zusammenzubringen, ohne dass man die gewünschte Distanz verliert.

So saßen wir zwei Abende mit wildfremden Menschen am Lagerfeuer, haben eine tolle Feuershow genossen und sind am nächsten Morgen mit einem nun nicht mehr ganz so fremden Schweizer mit dem Hund Gassi gegangen.

Auch sonst kann man hier viel unternehmen. Wandern und Fahrradfahren direkt vom Stellplatz aus oder im angrenzenden Naturpark Sierra Oliva bieten sich an. Wer die Natur liebt, wird hier sicher immer auf seine Koten kommen: angrenzend findet man ein Vogelschutzgebiet, Kaninchen gibt es immer und überall zu sehen und manchmal auch einen Fuchs und ein Adlerpärchen.

Für die Hunde muss es sich, angesichts der vielen Kaninchen und deren Behausungen, anfühlen wie im Paradies. Unser Hund war so eifrig mit den Kaninchen beschäftigt, dass er vom Franz ein eigenes liebevoll gestaltetes Türschild zu „seinem“ Kaninchenbau bekommen hat (zu bewundern am Stellplatz 6).

Wer mag, kann Franz auch beim Gießen und Pflanzen helfen, einfach nur ganztägig, verträumt in die wunderschöne karge Natur schauen oder Baumpate werden.

Und dann gibt es natürlich noch die Abende und Nächte, mit wunderschönen Sonnenuntergängen, einem unglaublichen Sternenhimmel (hier gibt es keinen Lichtsmog) und natürlich geselligen Runden am Lagerfeuer. Langweilig wird es so bestimmt nicht.

Baumpatenschaften auf der Finca-Caravana

Wer möchte, kann auf der Finca-Caravana eine Baumpatenschaft übernehmen. Mit der Baumpatenschaft unterstützt man den Erhalt und Wiederaufbau des Stellplatzes. Durch einen mächtigen orkanartigen Sturm vor ein paar Jahren und Corona jetzt, wurde zuerst alles zerstört und dann blieben auch noch die Gäste weg, was natürlich enorm an der Existenz nagt. Die Baumpatenschaften kann sich jede*r leisten und es macht Spaß, über die 20.000 qm zu spazieren und sich „seinen“ Baum auszusuchen. Dann bekommt man vom Franz ein Täfelchen, beschriftet es und bringt es am eigenen Baum an. Ich habe mir einen Mandelbaum ausgesucht und werde ihn sicherlich besuchen kommen.

 

 

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Franz hat Pläne für seine Finca-Caravana

Kurz vor unserer Abfahrt, habe ich mit Franz noch eine Runde über den Platz gedreht und ihn ein bißchen ausgequetscht über seine Pläne und Zukunftsvisionen mit seiner Finca-Caravana.

Franz hat viel vor:
  • Zum Beispiel soll jeder Stellplatz eine kleine Rundhütte mit abnehmbaren Seitenteilen bekommen. Auf diese Weise kann man draußen sitzen und ist vor Sonne, Regen und Wind geschützt.
  • Die Finca-Caravana soll auch einen eigenen Pool mit Duschen bekommen. Diesen Plan möchte Franz schon sehr bald umsetzen.
  • Der Müll wird in Zukunft noch viel akribischer getrennt, dafür wird der Entsorgungsbereich verändert, vergrößert und verschönert.
  • Es wird zwei oder vielleicht auch mehr Stellplätze für Dauercamper geben.
  • Es wird zwei kleine Hütten für Motorradfahrer geben.
  • Franz wird versuchen, Wasser auf sein Grundstück zu bekommen
  • Für alle, die keine eigene Stromversorgung dabei haben, soll es eine solarbetriebene Ladestation geben.

Diese Liste ließe sich noch ewig weiterführen. Ich konnte mir gar nicht alles merken, was da aus dem Franz rausgesprudelt ist. Natürlich wünsche ich ihm und und allen, denen es auf der Finca-Caravana so gut gefällt, dass er einiges davon umsetzen kann.

Allerdings frage ich mich, wie er das alles alleine schaffen möchte? In den Sommermonaten ist nämlich sein Tag locker damit gefüllt, all die neu gepflanzten Bäume zu gießen, damit sie nicht vertrocknen. Ich bin also sehr gespannt, was ich nächstes Jahr oder übernächstes oder irgendwann auf der Finca-Caravana zu sehen bekommen werde.

Eins steht fest: auch dann bleibt es (m)ein kleines Paradies, denn das hängt nicht von den Fortschritten, sondern vom Franz, der Landschaft, der Atmosphäre und den Menschen, die man dort trifft, ab.

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