Diese Tagestour wird allen Spaß machen, die sich gerne bewegen und eine gute Kondition haben, da sie ungefähr 19 km lang ist und einige Höhenmeter (rauf und wieder runter) zu bewältigen sind.

Wer mag, kann sie auch stückeln und einfach einmal nur zur Madonna und beim nächsten Mal nach La Revellata laufen. Ich war so hin und weg vom Abwechslungsreichtum der Strecke, den Ausblicken, der Natur und den schönen Bademöglichkeiten, dass ich einfach mal alles auf einmal gelaufen bin.

 

Man startet am Ortsausgang von Calvi beim „Störrischen Esel“ wo es auch ausreichend Parkmöglichkeiten gibt. Das erste Viertel ist derselbe Weg, wie der auf den Capu di a Veta (man kann die Schotterstraße auch immer mal wieder durch die Macchia abkürzen, dann nimmt man diesen Duft auch noch mit).

Nach ungefähr einer halben Stunde bergauf, gibt es einen Wegweiser zur Kirche Notre-Dame-de-la-Serra, wenn man den sieht,  ist man auf alle Fälle richtig. Jetzt geht es auf einem breiten Weg immer am Bergrücken entlang weiter durch die Macchia. Der Weg ist gesäumt von Büschen, wilden Felsformationen und immer wieder dem Blick auf Calvi und das Meer.

Ungefähr zwanzig Minuten später sieht man zunächst einen Friedhof, scheinbar mitten in der Macchia und gleich danach die wunderschöne Kapelle auf einer Anhöhe.

Wer mag, kann sich den Friedhof anschauen, das Tor ist offen. Ich habe es nicht gemacht, denn der Anblick von oben war wunderschön, aber was soll ich mir die Grabmäler von mir unbekannten Menschen ansehen?

Der Weg bis zur Notre-Dame-de-la Serra, die sehr exponiert auf einem Felsen steht und damit natürlich auch zurnamensgebenden Madonna (auf korsisch: „A Madonna di a Sarra“), die von hier oben auf Calvi, deren Schutzheilige sie ist, blickt, ist jetzt nicht mehr weit. Die Kirche, so wie sie  jetzt hier steht, wurde im 19. Jahrhunderten auf den Resten des ursprünglichen Baus, der während der englischen Belagerung im 18. Jahrhundert zerstört wurde, errichtet.

Leider war die Kirche geschlossen, da sie anscheinend gerade renoviert wird und die kleinen Schätze in ihrem Inneren restauriert – durch einen Türspalt konnte ich zumindest sehen, wie gerade eine kleine Madonnenfigur bearbeitet wurde.

Dass die Kapelle nicht geöffnet war, machte aber gar nichts, denn auch so ist es sehr schön dort oben. Wieder einmal hat man einen fantastischen Blick auf die Bucht von Calvi und die Landschaft rundherum. Die kleine Anlage rund um die Kirche und die wunderschöne Madonna, ist auch wegen der Sitzmöglichkeiten im Schatten ein idealer Ort, um Pause und Brotzeit machen oder einfach mal in sich zu gehen. Sollte man tatsächlich von hier aus noch weiter wandern, wie im Folgenden beschrieben, ist dies zudem auch die letzte Gelegenheit, sich ein bißchen Schatten zu gönnen, den gibt es später gar nicht mehr.

Besonders berührt hat mich eine Ecke an der Mauer, an der Täfelchen, Zettel, und Steine mit Wünschen und Danksagungen angebracht und abgelegt waren.

Bevor wir jetzt weiter wandern: wer lieber nicht laufen möchte: aus Calvi führt eine Straße nach Notre-Dame-de-la-Serra, wer möchte kann also Auto oder Roller fahren.

Weiter geht’s: Richtung La Revellata muss man nun zunächst ungefähr 300 m auf der Straße laufen, bevor man dann wieder quer durch die Macchia wandert. Die Wege lassen sich nicht verfehlen und kreuzen immer wieder die Straße. Kurz unterhalb der Kapelle (vielleicht nach 50-100 Metern) befindet sich auf der rechten Seite noch eine gefasste Quelle, an der man die Wasserflaschen wieder auffüllen kann. Dann geht es weiter bis zum Parkplatz von La Revellata.

Am Parkplatz angekommen – Ausgangspunkt auch für die, die nur den zweiten Teil dieser Tour laufen möchten – hat man die Qual der Wahl: es gibt viele Wege, die zum Leuchtturm/Aussichtspunkt führen. Schöne und weniger schöne, aber alle haben den gleichen Endpunkt: das Lighthouse am Ende der Landzunge/Punta di Revellata.

Wir haben uns auf dem Hinweg für die anstrengende Variante – den, ich nenne es mal „Höhenweg“ – entschieden, der als Sandpiste fast durch die Mitte von La Revellata hindurchführt. Man läuft die gesamte Zeit durch die Macchia, kann den Duft einatmen und ab und zu einen Blick auf die Westseite der Halbinsel mit ihren Fjorden und dem türkis glitzernden Wasser zu werfen – keine Chance ohne Boot dort zu baden, aber sehr verlockend und schon der Blick dorthin ist ein Highlight.

 

Alle Wege enden an der Spitze der Landzunge – Punta di Revellata. Der Leuchtturm und der meiste Teil des Geländes unmittelbar außenrum gehören einem meeresbiologischen und ozeanographischen Forschungsinstitut und können deshalb nicht betreten werden. Allerdings gibt es so etwas wie einen gesicherten Aussichtspunkt von dem aus man einen herrlichen Blick hat.

Für den Rückweg haben wir den kleinen Fußweg direkt an der Ostseite der Halbinsel gewählt. Hier gibt es kleinere und größere Sandstrände in hübschen Buchten, an denen man herrlich baden, schnorcheln oder sich ganz einfach ausruhen kann, bevor man die letzten 2,5 oder 3 Kilometer nach Calvi läuft.

Wie gesagt, wer keine Lust auf einen ganzen Tag wandern hat, kann beide Touren auch einzeln machen oder auch nur eine und die andere mit dem Auto. Lohnen tun sich beide Ziele und Spaß macht auch beides. Vorausgesetzt man hat genug Wasser dabei und Spaß an der Bewegung.

Da ich keine ausgewiesene Korsikaexpertin bin und meine Reiseberichte sehr individuell, emotional und damit natürlich auch subjektiv sind, kann ich allen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, einfach mal ,zusätzlich zu meinem Blog natürlich, in einem guten Reiseführer zu stöbern.