© Reise durch mein buntes Leben | HankaWenn man Zeit in Calvi verbringt, dann darf eine Wanderung auf den Hausberg natürlich nicht fehlen.

Calvis Hausberg, der Capu di a Veta ist für deutsche, österreichische oder schweizer Verhältnisse mit gut 700m sicher nicht sehr hoch, aber wenn man bedenkt, dass man von Meereshöhe den Aufstieg beginnt, dann weiß man am Abend doch, was man getan hat.

 

 

Vorweg ein paar, wie ich denke wichtige Tipps:

  • Früh losgehen, denn die Tour zieht sich mindestens über fünf Stunden, wenn man, so wie ich, nicht rauf-rast und zwischendurch schonmal die Eindrücke genießt. Ein sehr früher Aufbruch hat auch den Vorteil, dass man den von allen zitierten und als unglaublich schön beschriebenen Sonnenaufgang bewundern kann (das habe ich leider nicht geschafft)

  • Kappi, Hut oder Mütze mitnehmen: auf dem gesamten Weg gibt es so gut wie keinen Schatten und ohne Kopfbedeckung kann man sich leicht einen Sonnenstich holen.

  • Ausreichend Wasser mitnehmen und natürlich eine Brotzeit: unterwegs gibt es keine Möglichkeit, einzukehren und außerdem ist es toll, oben auf dem Gipfel das Mitgebrachte mit einem unschlagbaren Ausblick zu genießen.

  • Vernünftige Schuhe: Wanderschuhe mit gutem Profil oder Trekkingschuhe sollten es schon sein, denn erstens ist der Weg weit und zweitens, wie ihr in der Beschreibung lesen werdet, im letzten Viertel mit echter, wenn auch leichter Kletterei verbunden.

  • Gute Kondition und gesunde Knie, da der Weg weit und steil ist und gerade beim runtergehen ordentliche Anforderungen an beides stellt.

  • wenn man genug Pausen macht auch für Kinder ab ca. sechs Jahren ein Spaß, da viel Abwechslung und Kraxelei geboten wird
  • trittsichere Hunde mit guter Kondition kann man gut mitnehmen

Der Weg ist das Ziel

Die erste Hälfte zum Warmwerden

© Reise durch mein buntes Leben | KorsikaUnd los geht‘s. Da es weiter oben keine Parkplätze gibt, muss man notgedrungen direkt aus dem Ort starten. Beim „Störrischen Esel“ biegt man ab und geht die Straße immer weiter geradeaus bis zum „Hotel Corsica“. Dort biegt man rechts ab und hat dann zwei Möglichkeiten: entweder nimmt man einen kleinen Weg durch die Macchia (wir sind den runter gegangen) oder ein Stückchen weiter eine ausgespülte Sand-Schotterstraße wie wir.© Reise durch mein buntes Leben | Korsika

Ja, und dann geht‘s los: von Anfang an relativ steil, aber eben auch mit einem grandiosen Blick auf die Bucht von Calvi rechts und die Macchia gekrönt vom Berg links. Die Markierung ist wirklich gut (rot-weiße Flatterbänder oder rote Punkte). Ich wette, es geht allen so wie mir, man kommt nicht recht weiter, weil man dauernd stehen bleiben und fotografieren möchte, nein muss.

Ich habe mich auch nicht von den Joggern und schnelleren Wanderern nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern bin immer wieder staunend stehen geblieben und habe die schönen Ausblicke genossen. So setzt sich der Weg fort – gehen, stehenbleiben, staunen, fotografieren – bis man an den schon von unten zu sehenden Strommast kommt (der dient die ganze Zeit auch wunderbar als Orientierung).© Reise durch mein buntes Leben | Korsika

Am Strommast hat man ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft. Ab dann wird es anstrengender, denn man kann nicht mehr einfach so dahinwandern, sondern sollte sich konzentrieren.

 

 

Ab jetzt wird es anstrengend, aber lohnend

Zunächst geht es buchstäblich über Stock und Stein steil bergauf bis man ein wirklich schon fast romantisch wirkendes Blockfeld erreicht. Hier ist der Weg an zwei Stellen mit Ketten gesichert, zur Orientierung hat man weiterhin die roten Punkte und zusätzlich Steinmännchen.

Der Blick auch hier atemberaubend, denn jetzt kann man weit über die Küste in Richtung Süden blicken und sieht das Meer in allen Türkis- und Blautönen glitzern.

© Reise durch mein buntes Leben | KorsikaDas letzte Stück ist dann steil und führt über die Rinne, hier sind manchmal leichte Kraxeleinlagen gefragt.© Reise durch mein buntes Leben | Korsika

Ja, und dann ist man oben und es ist unglaublich windig, aber das stört nicht, denn man hat einen atemberaubenden 360 Grad Blick auf das Meer und das im Landesinneren liegende Hochgebirge.

Nach dem obligatorischen Gipfelkreuzfoto musste ich mich dann erstmal setzen und diese Schönheit verdauen.

Der Rückweg

Nach Staunen, Brotzeit und natürlich vielen Fotos geht‘s wieder runter. Man bleibt zunächst auf dem gleichen Weg und später kann man die kleinen Fußwege durch die Macchia nehmen, die jetzt (im September) natürlich leider nicht mehr blüht und duftet.

Diese Wanderung ist empfehlenswert für geübte und trainierte Geher, weil sie dann viel Spaß macht und nicht in Quälerei ausartet. Trotz guter Kondition war ich am Abend froh, mich nicht mehr bewegen zu müssen und habe ziemlich früh geschlafen wie ein Baby.

Da meine Reiseberichte, auch über Korsika sehr individuell, emotional und damit natürlich auch subjektiv sind, kann ich allen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, raten, zusätzlich zu meinem Blog natürlich, in einem guten Reiseführer zu stöbern. Man möchte am Liebsten sofort losfahren 🙂