© Reise durch mein buntes Leben | HankaIm Dezember sind die Temperaturen im Süden Andalusiens immer noch angenehm, aber zum Schwimmen oder Sonnenbaden dann doch nicht warm genug.

Immer nur am zwar langen und wunderschönen Strand von Tarifa entlang zu laufen, hat was, aber für 10 Tage ist es dann doch nicht aufregend genug.

Deswegen ein ganz dickes „Dankeschön“ an einen Freund, der hier unten überwintert und der uns den Tipp gegeben hat.

Anfahrt

Von Tarifa aus nehmt ihr die Straße Richtung Cadiz. Nach ca. 40 Kilometern geht es links nach Vejer de la Frontera. Hier müsst ihr abbiegen, bleibt aber auf der Straße – nicht nach Vejer abbiegen – und fahrt weiter nach Barbate. Hier müsst ihr durch die ganze Stadt, Los Canos de Meca ist aber schon ausgeschildert. Ungefähr zwei Kilometer nach Barbate, kommt auf der linken Seite ein Parkplatz, den kann man gar nicht verfehlen, dort parkt ihr. Dies ist der Anfangspunkt der kleinen Wanderung. Wahrscheinlich kann man auch direkt aus Barbate loslaufen, aber das habe ich nicht ausprobiert.

Ein paar Tipps, bevor ihr loslauft:

  • auf der gesamten Strecke gibt es weder einen Kiosk, noch Cafés oder Restaurants
  • obwohl man durch Pinienwälder läuft, ist es nicht besonders schattig. Im Sommer sollte man sich also gut eincremen und vielleicht auch ein Käppi mitnehmen
  • ihr kommt immer wieder an tollen Stränden vorbei. Im Somme sollten daher Badesachen auf jeden Fall dabei sein
  • am Turm gibt es einen netten Picknickplatz. Also Brotzeit einpacken und quasi auf halber Strecke gemütlich unter Pinien Pause machen.
  • für die Strecke braucht man länger, als man denkt. Also entweder früh losgehen oder einen netten Menschen zum abholen bestellen.

Los geht‘s

Vom Parkplatz geht es los. Der Weg ist zunächst gut ausgebaut und auch super markiert (grün -weiße Markierung beachten). Die nur sanfte Steigung macht diese Strecke auch für Kinder und ungeübte Wanderer attraktiv.

Der Weg führt durch das Naturschutzgebiet mit Pinienwäldern so weit das Auge reicht. Wenn man von oben drauf schaut, wirkt es wie eine sanfte grüne Hügellandschaft. Mit ein bißchen Phantasie bekommt eine Ahnung davon, wie die gesamte Küste einmal ausgesehen hat, bevor die Spanier das Holz für ihre Armada gebraucht haben.

Aber auch sonst gibt es viel zu sehen und zwar links wie rechts.

Auf der linken Seite hat man immer wieder einen tollen Blick auf die unfassbar schönen Buchten und Strände und natürlich auf die Surfer, die den Wellengang ausnutzen.

Auf der rechten Seite sieht man neben schönen Gesteinsformationen und natürlich den Pinien allerlei anderes Gewächs, das duftet, leuchtet und auch schmeckt. Neben wildem Rosmarin und Thymian habe ich auch ganze Haine voll Wacholder gesehen. Die Beeren waren zum Teil reif, zum Teil noch weiß.

Der Torre de Tajo

Nach ungefähr einer Stunde hat man die Hälfte geschafft und den Torre de Tajo erreicht. Wer dran gedacht hat, kann im Schatten des Torre seine Brotzeit auspacken und Pause machen. Aber auch für alle anderen lohnt sich hier ein Stopp.

Der Torre de Majo steht auf einer ungefähr 100 m hohen Klippe über dem Meer und ist dreizehn Meter hoch. Er wurde im 16. Jahrhundert zur Abwehr von Piraten erbaut.

Neben Barbate und Marokko hat man einen wunderschönen Blick auf die beeindruckende Steilküste und die Felsen im Meer.

Zur Entschleunigung kann man sich auch einfach an einem der vielen schönen Fleckchen dort hinsetzen und den großen und kleinen Schiffen zuschauen, die aus der Straße von Gibraltar kommen oder hineinfahren.

 

Weiter geht‘s – die zweite Hälfte

Bis zum Torre war der Hauptweg sehr gut befestigt.  Ab jetzt wird es sandiger und damit auch anstrengender.

Mit Kinderwagen definitiv keine gute Idee weiter zu gehen und auch nicht für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind.

Auf diesem Teil der Strecke hat man fast keinen Blick mehr auf‘s Meer, kann aber die besondere Atmosphäre dieses Waldes besonders genießen.

Und urplötzlich taucht in der Ferne zwischen den Bäumen ein Leuchtturm auf, der des geschichtsträchtigen Cabo de Trafalgar (darüber mehr in einem anderen Blogpost). Wir hatten vor, uns am Leuchtturm mit Freunden zu treffen, haben aber die Entfernung komplett unterschätzt.

Bald hört der Wald auf und die Wanderung endet in Los Canos de Meca.

 

Los Canos de Meca

Los Canos de Meca war ursprünglich mal ein kleines Hippiparadies, was mich angesichts der wunderschönen Strände auch nicht weiter verwundert. Ein Relikt aus dieser Zeit ist ein immer noch existierender FKK-Strand, den man in Spanien ansonsten eher selten findet. Der Ort ist als Urlaubsort bei Spanier*innen sehr beliebt und deshalb brummt er wohl im Juli und August.

Als ich da war, war er einfach nur ausgestorben, Cafés, Bars und Restaurants gibt es ganzjährig geöffnet auf dem Weg zum Leuchtturm auf dem Kap de Trafalgar.

Und wer jetzt noch ganz viel Kondition hat, geht den Weg zum Parkplatz wieder zurück, alle anderen lassen sich von Freunden, Bekannten oder einem Taxi (Achtung sehr teuer) zum Parkplatz zurückfahren.

Mein Tipp und meine Eindrücke sind natürlich ganz subjektiv. Wer professionelle Tipps für Andalusien sucht, findet sie zum Beispiel in diesem Reiseführer von Michael Müller

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