Auf dem Weg von Porto nach Norden in Richtung Spanien, kommt man an einem Ort vorbei, der durchaus lohnt, anzuhalten und einen Tag dort zu verbringen – Viana do Castelo.

Eine hübsche Kleinstadt an der Mündung des Rio Lima, mit ganz viel herbem Charme und dem gewissen Etwas, das man nur schwer beschreiben kann.

 

Wie kommt man von Porto aus hin?

Mit dem Auto nimmt man am besten die A28 bis zur Ausfahrt Viana do Castelo (ist bereits in Porto angeschrieben). Nach einer guten dreiviertel Stunde ist man da.

Auch mit dem Zug ist es einfach und vor allem preiswert (bei der Gelegenheit kann man sich vor der Abfahrt auch gleich mal den Bahnhof in Porto anschauen.).

Wo kann man übernachten?

Da ich mit dem Wohnmobil dort war, kann ich zu Hotels, Pensionen oder ähnlichem nicht viel sagen. Allerdings habe ich beim bummeln durch die Stadt einige kleine Hotels und Häuser, die Zimmer anbieten, gesehen. Sollte also auch kein Problem sein und es wird für jede*n etwas dabei sein.

Mit dem Wohnmobil kann man problemlos und noch dazu kostenlos mitten in der Stadt stehen. Kurz hinter der Pont Eiffel (stadtauswärts gesehen) ist rechts ein Parkplatz, direkt am Rio Lima auf den man sich über Nacht gut hinstellen kann. Ganz besonders toll ist es deshalb, weil man einen genialen Sonnenaufgang über den Bergen und dem Fluss und einen mindestens so schönen -untergang über der Flussmündung und dem Atlantik sehen kann.

Beides an einem Stellplatz, hat man selten.

 

 

Was gibt‘s zu sehen?

Ein Bummel durch die Stadt

Das Städtchen Viana do Castelo ist kein Ort mit einer Unzahl von Sehenswürdigkeiten. Es ist aber ein schnuckeliger Ort, der dazu einlädt, durch die Gäßchen zu laufen und einfach nur die Atmosphäre zu genießen. Schön ist auch, am Hafen oder auf dem Platz gegenüber vom Yachtclub in einem der vielen Cafés zu sitzen, einen Kaffee zu trinken und die wunderbaren mit irgendeiner leckeren Vanillemasse gefüllten Blätterteigschweinereien zu genießen. Und danach?

Entweder weiter im Städtchen flanieren oder Kalorien verdauen.

 

 

 

Ein Spaziergang im Mündungsgebiet des Rio Lima

Vom Parkplatz aus kann man wunderbar zu Spaziergängen am Rio Lima aufbrechen. Schön angelegte Wege, ein kleiner Flußstrand und schöne Natur.

Außerdem gibt es einen kleinen Kiosk und diverse Cafés und Restaurants.

Die Kirche Santuario de Santa Luzia

 

Kalorien vertreiben geht am besten, indem man sich vornimmt, die Kirche auf dem Berg, die die Silhouette des Ortes unverwechselbar macht, zu besuchen. Warum ein Kirchenbesuch dabei hilft? Dazu später mehr.

Die Kirche ist wohl die allerwichtigste Sehenswürdigkeit von Viana do Castelo, sozusagen das Highlight.

Sie wurde 1959, nach 50 Jahren Bauzeit eingeweiht und besticht durch eine besondere Form von außen und ihre so gar nicht portugiesische Schlichtheit von innen.

 
 
Wie nach Rom, gibt es auch hier viele Wege, die hinauf führen, auf den Berg mit der Kirche:
  • Mit der Standseilbahn. Sie ist wohl die längste Portugals, aber da Hunde nicht erlaubt sind und sie gar nicht gefahren ist, fiel die für uns aus.
  • Auf der Straße. Mit Auto, Taxi oder Bus kommt man auch hinauf, wenn man entweder faul ist oder nicht gut zu Fuß ist. Auch Fahrradfahrer habe ich einige gesehen. Scheint also auch zu gehen.
  • Zu Fuß. Ehrlich gesagt, die sportlichste Variante. Der Weg führt diritissima ohne irgendwelche Kurven direkt nach oben über ungefähr 400 Treppenstufen, wo wir wieder beim Kalorienvernichten gelandet wären.Hierzu nur so viel: nach den vielen portugiesischen Blätterteigteilchen sicher nicht der schlechteste Weg, auf jeden Fall schweißtreibend mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator nicht machbar Muskelkater am nächsten Tag ist sicher, auf jeden Fall ein bißchen.

 

 

 

Das letzte Drittel des Weges führt durch einen schönen Wald und hier beginnt der Kreuzweg bis zur Kirche. Dreizehn weiße schlichte Kreuze sind im Wald neben dem Weg aufgestellt, das letzte am Fuß der Treppen zur Kirche.

Muss wohl so sein, denn erstens ist Portugal sehr katholisch und zweitens wandelt man hier überall auf dem portugiesischen Teil des Jakobswegs.

Die Kirche selbst thront wirklich mitten auf der Spitze des Berges.

Von hier oben hat man einen unglaublichen Blick auf den Atlantik, den gar nicht so kleinen kommerziellen Hafen von Viana do Castelo, die Stadt und natürlich das Mündungsdelta des Rio Lima. Das sieht von hier oben tatsächlich noch schöner aus, als wenn man Mitten drin steht.

 

Die Ponte Eiffel

Wenn man schon vor Ort ist, sollte man sich auch diese Brücke anschauen. Sie führt über den Rio Lima, kurz bevor der in den Atlantik mündet.

Entworfen hat sie Gustav Eiffel im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts (man könnte meinen, er hätte ein Faible für portugiesische Flüsse gehabt). Interessant und witzig finde ich, dass sie doppelstöckig genutzt wird. Unten fährt der Zug und sozusagen im 1. Stock darüber, die Autos.

Das war noch nicht alles

Es gibt noch ein paar wichtige Dinge, die man sich unbedingt anschauen sollte:

  • Gil Eamus, ein Hospitalschiff, das nun ein Museum ist
  • die Kirche Santa Casa Da Misericordia
  • die Strände im Norden der Stadt.

Das habe ich alles nicht gesehen, aus dem einfachen Grund: zum Zeitpunkt meiner Reise war es Februar und es war ein Hund dabei.